FAQ / Fragen unserer Kunden zu Japanpapieren


1. Wie sind die Angaben zu der Papierzusammensetzung (z.B. 100% Kozu") zuverstehen - handelt es sich hierbei um reine Cellulose?

Ja, die von uns mit "100% Kozu" gekennzeichneten Japanpapiere sind aus den Bastfasern des Kozu-Strauches hergestellt und bestehen zu 100% Kozu-Fasern. Diese natürlichen Fasern bestehen aus reiner Cellulose.


2. Mit was wurden die Fasern bei der Herstellung (Schlichten u.ä.) behandelt?

Die Kozufasern werden in Natronlauge gekocht.  Die verschiedenen Konzentrationsstufen der NaOH sind wichtig und werden unterschiedlich je nach Alter und Pflanzenwuchs der Kozu (papyrifera brussonetia) eingesetzt - von Ätznatron bis zu soda-ash (= Natriumcarbonat).  Danach erfolgt eine Faserreinigung (Entfernen von Verholzungen und Faserknoten per Hand - kein Einsatz von Chlorbleichmitteln. Zur Blattbildung werden natürliche Polymere wie torore aoi aus der Wurzel der hibiscus manihot oder künstliche Polymere eingesetzt. Diese sind pH neutral.


3. Gibt es Angaben zum pH-Wert?

Der pH-Wert liegt nach dem Kochprozess meist im alkalischen Bereich. Durch das starke Wässern im Schöpfvorgang in meist frischem Quellwasser pendelt er sich bei 7,2 bis 6,9 ein. Entsscheidend ist dabei der Standort des Papierherstellers. Der für die einzelnen Papiere zutreffende pH-Wert ist in den jeweiligen Artikelbeschreibungen angegeben.


4. Auch nach dem Einfärben in kochendem Wasser bleibt das Papier intakt. Begründet sich somit der intakte Faserverband am „Verhaken“ der Fasern miteinander?

Um solch dünne Papier herstellen zu können, müssen sehr lange Faser - wie der Kozu-Faser - verwendet werden. Westliche oder europäische Fasern sind hierfür viel zu kurz. Bei solch langen Japanfasern kann es auch zu mechanischen Bindungen (Umschliegen von Fasern etc. kommen). Prinzipiell funktionieren die Bindungen der einzelnen Fasern eines Papier(-vlieses) untereinander aber über die sogenannten “Wasserstoffbrückenbindungen”. Um solche Bindungen wieder zu lösen, muss neben Wasser meist auch weitere Energie zugeführt werden. Meist reicht hier eine rein thermische nicht aus und es muss zusätzlich mechanische Energie aufgewendet werden.

5. Die Fasern im Papier haben auch nach der Färbung einen Glanz. Falls alles andere ausgewaschen wurde müsste das an der Struktur der Faser liegen. Handelt es sich hierbei also um ein typische Aussehen der Kozu-Faser oder handelt es sich hier um die kristallinen Bereiche in der Faser?


Es handelt sich um den natürlichen Glanz der Faser. Die Bestimmung der Stoffzusammensetzung kann mittels mikroskopischer Untersuchungen (mikroskopisch, weil alle Pflanzenfasern ähnlichen Cellulose-Aufbau haben und nur der Fachmann die Pflanzenart - Kozu, Mitsumata, Gampi. Manila-Hanf, Flachs etc.) oder IR- bzw. NIR-Spektroskopie erfolgen.

6. Welche Schreibweise ist korrekt Kozu oder Kozo?

"Kozu" oder "Kozo" oder "Kooso" sind lautsprachliche Übertragungen in unsere lateinische Schrift. In Japan (Nord-Ost nach Südwest-Ausdehnung mehr als 2.000 km) wird das japanische Kanji-Zeichen unterschiedlich ausgesprochen. Eindeutig ist die botanische Bezeichnung und Schreibweise  papyrifera broussonetia. Unserer Meinung nach sind beide Schreibweisen möglich. Wikipedia hat sich jedoch auf “Kozo” festgelegt, so dass dieses sicher als das allgemein gebräuchlichere Wort für die Fasern angesehen werden kann.

7. Hat "Kizuki" eine Bedeutung?

Hier handelt es sich - genau wie bei den meisten anderen verwendeten Namen - um einen Produktnamen der Firma JAPICO, welcher später auch durch andere Mitbewerber übernommen wurden. Teilweise stehen die Produktnamen aber auch im Zusammenhang mit einer geografischen Herkunft, einer Papiermacherfamilie oder einer Papiergattung. Daher deuten gleiche Papiernamen nicht automatisch auch auf identische Papiere (z.B. "Shoji ist nicht gleich Shoji"). Dies sollte insbesondere dringend beachtet werden, wenn Papiere allein auf Basis eines Papiernamensvergleiches/Preisvergleiches unter mehreren Mitbewerbern ausgesucht und gekauft werden.

8. Können Papiere nur in Bogenformaten bezogen werden ?


Die JAPICO führt Papiere in Bogen, Rolle und Großrolle. Dabei gibt es alle handgeschöpften Papiere ausschließlich in Bogen. Maschinenpapiere kann es sowohl in Bogen als auch in Rolle geben. Eine genaue Aussage ist hier nur auf Basis der Artikelnummer möglich.

9. Die Papiere sind faltig geworden bzw. haben Büttenränder, die teilweise umgeschlagen vergautscht wurden.  Wie bekomme ich diese aus dem Papier ?

Vergautschte Büttenränder

Bei allen Papieren mit Büttenrand ergibt sich immer an der Kante ein etwas ungleiches Auslaufen (der sogenannte "Büttenrand"). Denken Sie bitte an wertvolle Bücher, bei welchen man bewusst den Büttenrand als ein besonderes Wertmerkmal stehen lässt bzw. nicht beschneidet. Es kommt jedoch vor, dass bei besonders weit hervorstehenden Schöpfbüttenrändern diese noch im feuchten Zustand, diese partiell auf einen anderen Bogen umgeschlagen und so verpresst ("vergautscht") oder - vermutlich beim Verpacken - umgeknickt werden.

Bei handgeschöpften Papieren können Sie ohne weiteres die Büttenränder leicht besprühen und dann den Bogen auf ein flaches Naturholzbrett mit gehobelter Oberfläche - notfalls eine Tischlerplatte - mit einem breiten Pinsel aufstreichen - am besten mit unserem Japico-Noribake-Pinsel. Damit wird der Bogen nach dem Trocknen wieder absolut glatt - die meisten Restauratoren kennen diese Technik.

10. Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Winterpapier?

Gerade bei den teuren handgeschöpften Japanpapieren waren "Winterpapiere" - also Papiere die im Winter hergestellt wurden - unter Kennern besonders geschätzt. Einer der Gründe hierfür findet sich in dem Zusatz des pflanzlichen Neri zum Stoffbrei in der Bütte. Dieser Stoff ist sehr temperaturempfindlich und konnte früher allein im Winter verwendet werden. Einerseits empfindet nun mancher, Papiere mit synthetischem Nerizusatz weniger hochwertig. Andererseits ist die Verwendung von synthetischem Neri für eine ganzjährige Produktion in gleichbleibender Qualität unumgänglich.

11. Was ist die Rayon-Faser ?


Rayon-Fasern sind ursprünglich Baumwollfasern, die mittels Schwefelsäure (Xanthogenat)  aufgeschlossen/synthetisiert und dann gezogen werden. Diese Fasern sind hochrein, sehr fest und dimensionsstabil. Papiere aus Rayon sind allerdings kaum saugfähig und daher zum Malen und Zeichnen eher ungeeignet.

12. Können Ihre Produkte auch mithilfe eines "normalen" Druckverfahrens bedruckt werden? Also via Drucker oder Digitaldirektdruck?

Selbstverständlich kann der größte Teil unserer Japanpapiere auch mit "normalen" Druckern, wie sie im Büro- oder Heimgebrauch zu finden sind, auch bedruckt werden. Wir bedrucken unsere Papiere selbst regelmäßig z.B. für besondere Geschäftsbriefe, Gutscheine und Produktmuster. Hierzu benutzen wir selbst unseren “normalen” Bürodrucker (einen KonicaMinolta Drucker BizHub C220). Wir schneiden die Papiere vorher auf A4 (mit max 2 Büttenrändern) und legen diese in den Einzelblatteinzug. Ferner wissen wir von einem unserer Kunden, dass dieser unsere Japanpiere reglmäßig mit einem Sharp MX-3140 bedruckt. Auch wenn es ziemlich problemlos gelingt unser 19g/qm, nassfest (Artikelnr.: 616 540) zu bedrucken, empfehlen wir Ihnen jedoch Papiere mit mehr als 30 g/qm zuverwenden, da diese eine höhere innere Steifheit aufweisen und es seltener zum Papierstau kommt. Wichtig hierbei ist, die Durchlaufgeschwindigkeit des Druckers zu reduzieren !  Bei Laserdruckern erfolgt dies dadurch, dass in den Papiertypeinstellungen ein hohes Papiergewicht - z.B. "Karton 2 - 180 bis 250 g/qm" - ausgewählt wird. (Hintergrund hierzu: Bei dickeren Papieren werden höhere Temperaturen zur Fixierung des aufgebrachten Toners benötigt. Da man die Temperatur in der Fixierwalze nicht erhöhen kann, wird die Verweildauer auf der Fixierwalze durch die Papiertypauswahl verlängert.) Wir können leider keine Aussage darüber treffen, ob die Reduzierung der Durchlaufgeschwindigkeit auch bei allen anderen Druckertypen und -modellen so immer funktioniert.